EUR/HUF stand am 3. August bei 363,98. Der Juli-Report hatte den Fixing-Wert vom 24. Juli, 361,88, als Bezugspunkt, das Paar liegt also 0,6% höher. Für sich genommen heißt das: der Forint hat weiter nachgegeben. Gegenüber dem Dollar gilt das Gegenteil, denn USD/HUF ging im selben Zeitraum von 318,08 auf 315,54 zurück.
Der August lässt sich auf drei Termine zusammenziehen: die Juli-Inflation am 7., der Zinsentscheid am 25., die RRF-Meilenstein-Frist am 31. Keiner davon ist eingetreten, und sie hängen zusammen. Der erste liefert das Material für den zweiten.
Was sich seit dem Juli-Report bewegt hat
| Datum | EUR/HUF | USD/HUF | EUR/USD |
|---|---|---|---|
| 24. Juli | 361,88 | 318,08 | 1,1377 |
| 3. August | 363,98 | 315,54 | 1,1535 |
| Veränderung | +0,58% | -0,80% | +1,39% |
Der Forint steht 0,6% schwächer zum Euro und 0,8% stärker zum Dollar. Dazwischen gewann der Euro 1,4% gegen den Dollar. Drei Zeilen, eine Geschichte.
Bewegt hat sich der Euro, nicht der Forint
Sichtbar wurde das erst, als die drei Paare aus der EZB-Reihe nebeneinander lagen. Allein auf EUR/HUF geschaut, wäre die naheliegende Lesart ein weiterer Abschnitt der Korrektur gewesen. Der Dollar-Cross sagte, dass der Forint stärker geworden ist.
Damit ist eine Aussage aus dem Juli-Report zu korrigieren. Dort standen Öl und Dollar gemeinsam als äußerer Druck, mit der Dollarstärke als einem Bein der Abwertung. Seither ist der Dollar in die andere Richtung gelaufen, EUR/USD von 1,1377 auf 1,1535, und EUR/HUF ist nicht mitgefallen. Was das Paar bei rund 364 hält, ist jedenfalls kein starker Dollar.
Seit Jahresbeginn ist das Bild unverändert. Gegenüber dem 31. Dezember steht der Forint 7,3% stärker zum Zloty, 5,6% zum Schweizer Franken, 5,5% zum Euro, 5,4% zur Krone sowie jeweils 3,7% zum Dollar und zum Pfund. Positiv gegen alle sechs Währungen des hier verwendeten Korbs, in derselben Richtung, die der Juli-Report beschrieben hat.
Der stärkste Stand des Jahres bleibt 349,53 vom 16. Juni. Das Paar liegt jetzt 4,1% über diesem Tief.
7. August: die Zahl kommt vor der Entscheidung
Das KSH veröffentlicht die Juli-Verbraucherpreise am 7. August. Der Juni-Wert erschien am 7. Juli bei 1,7%, die Kerninflation unverändert bei 2,0%.
Lesbar wird der Monat durch einen Satz aus der MNB-Mitteilung vom 21. Juli. Der Rat sieht im Verlauf des Sommers Spielraum für weitere Zinssenkungen, bei Wahrung eines positiven Realzinses, und will über die Fortsetzung auf Grundlage des Inflationsberichts im September entscheiden.
Eine Senkung im August ist damit halb angekündigt. Die Zahl vom 7. August ist so ziemlich das Einzige, was daran noch rütteln könnte, weshalb die Reihenfolge mehr wiegt als jeder der beiden Termine für sich.
25. August: der Zinsentscheid
Die Sitzung vom 21. Juli senkte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,75%, wirksam ab dem 22., zusammen mit dem Zinskorridor: 4,75% für die Übernacht-Einlage, 6,75% für die Übernacht-Ausleihung.
Gegen eine Inflation von 1,7% bleiben damit etwa vier Prozentpunkte Realzins. Im Rahmen der MNB ist also noch Spielraum. Von der Währungsseite her ist genau das Schrumpfen dieses Spielraums die Verengung des Carry, also der Mechanismus, den der Juli-Report beschrieben hat und der weiter läuft.
Der Rat tagt auch am 4. August, das ist jedoch keine Zinssitzung. Zwölf Zinssitzungen sind für dieses Jahr angesetzt, die des Augusts fällt auf den 25.
31. August: die Frist
Die RRF-Meilenstein-Frist fällt auf den 31. Der Juli-Report nannte sie das größte terminierte Ereignisrisiko im Kalender, und es sind noch vier Wochen.
Entscheidend ist die Asymmetrie. Die Erfüllung steckt im Preis, das Scheitern nicht. Wird die Frist gehalten, geht das leise vorbei; wird sie gerissen, nicht. Was die 27 Meilensteine konkret verlangen und warum die verabschiedete Gesetzgebung die Frage nicht erledigt hat, steht in einem eigenen Beitrag.
Die Eurobeträge werden hier bewusst nicht wiederholt. Ich wollte die im Juli verwendeten Zahlen an der Quelle nachprüfen, die Pressemitteilung des Rates ließ sich aber nicht laden. Statt eine ungeprüfte Zahl weiterzureichen, bleibt sie draußen.
Wo die Juli-Szenarien stehen
| Szenario | EUR/HUF Jahresende | Wahrscheinlichkeit | Stand heute |
|---|---|---|---|
| A. Erneute Stärke | 345–355 | 20% | Draußen. Seit dem 16. Juni war das Paar nicht mehr hier |
| B. Seitwärts | 355–365 | 35% | Läuft. Bei 363,98 rund einen Punkt unter der Obergrenze |
| C. Leichte Schwäche | 365–378 | 30% | Direkt darüber, weniger als 1% entfernt |
| D. Scharfe Bewegung | über 378 | 15% | Weit weg. Seit 396,38 am 9. März nichts in der Nähe |
Die Wahrscheinlichkeiten bleiben unverändert. Die letzten zehn Tage geben keinen Anlass, sie zu verschieben: die einzige Bewegung waren 0,6% auf EUR/HUF, und wenn die von der Euroseite kommt, ist sie kein Befund über den Forint.
Die Position innerhalb von B hat sich allerdings verschoben. Im Juli lag das Paar mit 361,88 in der Mitte des Bandes, jetzt mit 363,98 an dessen oberem Rand. Weniger als 1% trennen es von C, und eine weitere Senkung im August kann diesen Abstand schließen, ohne dass sonst etwas passiert.
Worauf zu achten ist
- August - Juli-Inflation. Nahe 1,7% ist der 25. weitgehend entschieden; bei einer Überraschung nach oben wird die Formulierung der MNB zum Sommerpfad zum eigentlichen Lesestoff
- August - Leitzins und Wortlaut. Wie die Mitteilung die Zeit nach September fasst, wiegt schwerer als die 25 Basispunkte
- August - die Meilensteine, und ob die Kommission von erfüllt oder von weitgehend erfüllt spricht
- EUR/HUF 365 - die Grenze zwischen B und C. Ein Überschreiten ist der Beginn des 30%-Astes
- Euro und Dollar - EUR/HUF allein reicht nicht. Dieser Monat hat das greifbar gemacht
Ob im August eine Rating-Überprüfung ansteht, habe ich gesucht, aber kein Datum bestätigt bekommen. Deshalb steht es nicht auf der Liste.
Wie das zu lesen ist
Die Wahrscheinlichkeiten oben sind eine Einschätzung, kein Modellergebnis. Die Begründung steht dabei, damit man ihr widersprechen kann.
Dass die Dollar-Aussage des Juli-Reports keine zehn Tage überlebt hat, zeigt recht gut, was dieses Dokument ist. Es zielt nicht darauf, den Kurs zu treffen, sondern liefert eine Liste von Bedingungen, die sich beim Eintreffen der Ereignisse abgleichen lässt. Der auf dieser Seite geführte Forint-Stärkeindex funktioniert genauso: eine Aufzeichnung dessen, was die Kurse bereits getan haben, keine Vorausschau. Wie er gebildet wird, steht auf der Methodikseite.
Die Wechselkurse sind EZB-Referenzkurse, Leitzins und Inflation stammen aus der MNB-Mitteilung vom 21. Juli und aus KSH-Veröffentlichungen. Dieser Text ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, eine Währung zu kaufen oder zu verkaufen.