EUR/HUF wurde am 23. Oktober mit 366,73 festgestellt. Der ungarische Forint steht damit 0,76% schwächer zum Euro als am 3. August (363,98), dem Bezugstag des August-Reports. Zwölf Wochen lang hat das Paar die Spanne 360,18–369,18 nicht verlassen.

Dabei ist in diesen Wochen viel passiert. Die MNB hat am 25. August noch einmal gesenkt und dann aufgehört, die EZB hat im September erneut erhöht. Der Gaspreis hat sich seit Anfang Juli mehr als verdoppelt. Die Regierung hat ihre Zahlen für den Haushalt 2027 vorgelegt. Die Einschätzung zum Jahresende verschiebt sich deshalb um ein Band zur schwächeren Seite: Am wahrscheinlichsten ist jetzt C (365–378), mit 40%.

Wie hat sich der Forint seit dem August-Report entwickelt?

Datum EUR/HUF USD/HUF EUR/USD
3. August (August-Report) 363,98 315,54 1,1535
26. August (Tag nach der Senkung, Tief des Zeitraums) 360,18 308,66 1,1669
3. September (Bloomberg-Bericht) 367,43 316,34 1,1615
4. September (nächstes Fixing) 363,28 312,58 1,1622
22. September (MNB hält, neues Inflationsziel) 361,58 315,43 1,1463
2. Oktober (Hoch des Zeitraums) 369,18 328,89 1,1225
20. Oktober (MNB hält) 364,68 325,17 1,1215
23. Oktober 366,73 327,64 1,1193
Veränderung seit 3. August +0,76% +3,83% -2,96%

Ich habe die EZB-Reihe ab dem 3. August geladen und jedes Fixing den Bändern des August-Reports zugeordnet. Von 60 Fixings lagen 39 in B (355–365) und 21 in C (365–378), keines in A oder D. Ein Tag lag genau auf der Grenze: Am 21. Oktober wurde 365,00 festgestellt. Ich habe ihn C zugeschlagen; in B gezählt ergibt sich 40 zu 20.

EUR/HUF seit dem August-Report, mit den Bändern für das Jahresende B 355–365C 365–378 355360365370375 360,18 Tag nach der Senkung363,28 Tag nach dem Bloomberg-Bericht369,18 Hoch366,73 jetzt 3. Aug.1. Sep.1. Okt.23. Okt.
EUR/HUF seit dem August-Report, mit den Bändern für das Jahresende B 355–365C 365–378 355360365370375 1234 3. Aug.1. Sep.1. Okt.23. Okt.
  1. 1360,18 Tag nach der Senkung
  2. 2363,28 Tag nach dem Bloomberg-Bericht
  3. 3369,18 Hoch
  4. 4366,73 jetzt
EUR/HUF seit dem August-Report, mit den Bändern für das Jahresende · Achse invertiert: nach oben bedeutet einen stärkeren Forint. Farbig hinterlegt: Band B (355–365) und Band C (365–378) aus dem August-Report. EZB-Referenzkurse, 3. August bis 23. Oktober 2026.

Die C-Tage kamen gebündelt: der 20. August für sich, der 1.–3. September, der 14.–15. September, acht Fixings vom 24. September bis 5. Oktober, vier vom 7. bis 12. Oktober und der 21.–23. Oktober. Die letzten drei sind die laufende Serie.

Der Hinweis aus dem August-Report, EUR/HUF nicht allein zu lesen, hat sich erneut bestätigt, diesmal in umgekehrter Richtung. Im August ließ ein festerer Euro den Forint schwächer aussehen, als er war. Jetzt fiel EUR/USD von 1,1535 auf 1,1193, mit einem Jahrestief von 1,1177 am 7. Oktober, und USD/HUF stieg um 3,83%. Zum Euro verlor der Forint 0,76%, zum Dollar das Fünffache.

Seit Jahresbeginn wird der Abstand deutlicher. Gegenüber dem 31. Dezember steht der Forint 8,54% stärker zum Zloty, 5,13% zur Krone, 4,78% zum Euro, 3,88% zum Schweizer Franken und 0,77% zum Pfund. Zum Dollar sind es 0,04%, also praktisch nichts. Am 3. August waren es noch 5,5% zum Euro und 3,7% zum Dollar; der Gewinn gegenüber dem Dollar ist damit fast vollständig weg.

Allein die letzte Woche: 363,08 am 16. Oktober, 364,68 am 20. (Tag der MNB-Sitzung), 366,73 am 23., ein Anstieg um 1,01%. Ein nervöser Markt war das trotzdem nicht. Die realisierte 30-Tage-Volatilität (tägliche Log-Renditen, annualisiert) liegt bei 5,49%, über das vergangene Jahr gerechnet bei 8,25%.

Warum hat die MNB aufgehört, die Zinsen zu senken?

Am 25. August senkte die MNB um 25 Basispunkte, der Leitzins ging ab dem 26. von 5,75% auf 5,50%. Es war die vierte Senkung 2026, insgesamt 100 Basispunkte seit 6,50% im Januar. Die Mitteilung kündigte an, über den weiteren Pfad auf Grundlage des Inflationsberichts im September zu entscheiden.

Der August-Report hatte diese Senkung als halb angekündigt bezeichnet, und sie kam. Derselbe Report schrieb aber auch, eine weitere Senkung könne das letzte Prozent bis Band C schließen, ohne dass sonst etwas passiert. Das trat nicht ein. Das Fixing am Tag nach dem Entscheid war das Tief des ganzen Zeitraums, 360,18. Am 27. August stieg das Paar um 1,05% auf 363,95 und war damit wieder am Ausgangspunkt. Das erste C-Fixing (365,10 am 20. August) hatte es schon fünf Tage vor der Senkung gegeben.

Die größere Bewegung kam am 3. September. Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person, die MNB werde bei 5,5% pausieren und das Inflationsziel von 3% auf 2,5% senken. Die Meldung kam am Nachmittag, nach dem EZB-Fixing um 14:10 Uhr, und zeigt sich deshalb am Folgetag: von 367,43 auf 363,28, ein Minus von 1,13% bei EUR/HUF und die größte Tagesbewegung seit dem 3. August.

Die Beobachtungsliste des August-Reports hielt fest, die Formulierung zur Zeit nach September werde schwerer wiegen als die 25 Basispunkte. Das hat gestimmt. Die Pausenmeldung bewegte das Fixing etwa doppelt so stark wie der Tag nach der Senkung (-0,58%).

Die Sitzung vom 22. September verlief wie gemeldet. Der Zins blieb bei 5,50%; laut Protokoll stand eine einzige Option zur Abstimmung, und alle 11 Mitglieder stimmten dafür. Ab dem 1. Januar 2028 sinkt das Inflationsziel auf 2,5% ±1 Prozentpunkt, heute sind es 3% ±1. Ab 2027 gibt es acht Zinssitzungen im Jahr.

Am 20. Oktober blieb der Zins erneut unverändert, der Korridor bei 4,50–6,50%. Ich habe die Mitteilungen von September und Oktober nebeneinandergelegt und noch einmal gelesen. Im Oktober steht ein Satz, den es im September nicht gab: Wirtschaftspolitische Maßnahmen und ihre Aufnahme am Markt beeinflussen den Spielraum der Geldpolitik. Welche Maßnahmen gemeint sind, sagt die Mitteilung nicht. Sie erschien einen Tag, nachdem der Ministerpräsident das Defizitziel für 2027 im Parlament vorgestellt hatte.

Als Gründe für Vorsicht nennt sie, in dieser Reihenfolge, hohe Energiepreise, ein steigendes Renditeumfeld und globale Unsicherheit. Die Haushaltspolitik folgt gleich im nächsten Satz: Ungarns Risikobewertung werde künftig vor allem vom Fiskalpfad, den Erwartungen an die Euro-Einführung und dem externen Marktumfeld bestimmt.

Während die MNB stillhielt, erhöhten andere. Die EZB hob den Einlagensatz am 10. September auf 2,50%, nach dem 11. Juni die zweite Erhöhung des Jahres, die Fed ging am 16. September auf 3,75–4,00%. Der Zinsabstand schrumpfte damit weiter. Am 3. August standen 5,75% gegen 2,25%, ein Abstand von 3,50 Prozentpunkten; heute sind es 5,50% gegen 2,50%, 3,00 Punkte (EZB-Einlagensatz). Die Hälfte des halben Punktes kam aus Frankfurt.

Ist die Inflation in Ungarn wirklich niedriger als im Euroraum?

Ja. Der Verbraucherpreisindex des KSH lag im September bei 1,6% (August 1,3%), die Kerninflation bei 1,9% (August 2,0%). Für den Ländervergleich ist der HVPI das passende Maß, und dort steht Ungarn bei 2,1%, der Euroraum bei 3,8% nach 3,2% im August, mit einer Energieteuerung von 18,9%. In der Region: Polen 4,0%, Tschechien 2,2%, Rumänien 6,5%, Deutschland 3,3%. Ungarn hat damit eine der niedrigsten Raten der EU.

Als Ex-post-Realzins auf derselben HVPI-Basis: Ungarn 5,50 - 2,1 = 3,4%, Euroraum 2,50 - 3,8 = -1,3%, eine Differenz von 4,7 Prozentpunkten. Setzt man den ungarischen Verbraucherpreisindex neben den HVPI des Euroraums, ergeben sich 5,2 Punkte, dann werden aber zwei verschiedene Maße voneinander abgezogen. Das MNB-Kriterium eines positiven Realzinses beruht auf Inflationserwartungen und ist noch einmal eine andere Zahl.

Dass dieses Polster hält, erwartet die MNB nicht. Ihr Inflationsbericht vom September sieht 1,8% für 2026, 3,1% für 2027 und 2,6% für 2028.

Gaspreis verdoppelt: Was bedeutet das für den Forint?

Der Frontmonat TTF (ICE-Endex-Abrechnungspreis) stand am 1. Juli bei 42,78 €/MWh und am 23. Oktober bei 93,85 €, ein Plus von 119%. Am Vortag lag die Abrechnung bei 90,04 €. Im September gab es ein Hoch von 82,57 € am 14. und einen Rücksetzer auf 69,81 € am 29.; seit dem 30. September ging es wieder um fast 30% nach oben.

In der Berichterstattung, meist mit Reuters als Quelle, werden diese Treiber genannt:

Brent wurde am 23. Oktober bei 116,72 $ abgerechnet. Die Terminkurve preist den Winter am teuersten ein: Dezember 2026 bei 93,80 €, Kalenderjahr 2027 bei 76,31 €. Dass Gas bis zum Jahresende von selbst nachgibt, steckt in diesen Preisen nicht.

In Ungarn schlägt sich das in der Zahlungsbilanz nieder. Die Leistungsbilanz wies im zweiten Quartal ein Defizit von 244,6 Mio. € aus, und die MNB führte die Verschlechterung der Energiebilanz um rund 600 Mio. € auf den Iran-Krieg zurück. Über vier Quartale liegt der Überschuss noch bei 1,0% des BIP, für 2026 insgesamt rechnet die MNB mit 0,0%, also einer ausgeglichenen Bilanz.

ING nannte Forint und Zloty in einer Notiz vom 23. Oktober besonders anfällig und verwies auf wenig falkenhafte Notenbanken und eine hohe Abhängigkeit von Energieimporten. Zugleich erwartet die Bank, dass EUR/HUF um 368–370 gedeckelt bleibt. Das ist eine Bankeinschätzung.

Hinzu kommt russische Energie. Ungarns einjährige US-Sanktionsausnahme für russisches Öl und Gas läuft im November aus, die Regierung bemüht sich um eine Verlängerung (Reuters, 24. September). Nach der EU-Verordnung 2026/261 enden russische LNG-Importe Ende 2026 und Pipelinegas im Herbst 2027, spätestens im November 2027.

Wie stark senkt der Haushalt 2027 das Defizit?

Das Parlament verabschiedete am 19. Oktober den geänderten Haushalt 2026 mit 134 zu 48 Stimmen (laut 444). Er setzt das Defizit für dieses Jahr auf 7,5% des BIP. Der Haushalt der Vorgängerregierung hatte 3,7% unterstellt; nach Angaben der jetzigen Regierung lief das Defizit zur Jahresmitte auf 8,3% zu. Das erste Halbjahr kam auf 6,2%, 2025 waren es 4,7%.

Für 2027 lautet das Ziel 4,9%. Es ist der erste Haushalt, den die im Mai angetretene Regierung Magyar von Grund auf aufgestellt hat. Laut der Zusammenfassung von 444 zur Regierungspressekonferenz vom 20. Oktober werden die Ausgaben um 1.465 Mrd. Forint (1,5% des BIP) gekürzt und die Nettoeinnahmen um 665 Mrd. Forint erhöht. Der Gesetzentwurf liegt dem Parlament noch nicht vor: Laut Portfolio soll der Fiskalrat ihn am 27. Oktober beraten, die Regierung am 28., eingebracht werden soll er Ende Oktober. Ein Abstimmungstermin steht nicht fest.

Die MNB rechnet anders. Ihr Inflationsbericht vom September sah 6,9% für 2026 und 5,9% für 2027, für dieses Jahr also günstiger und für das nächste ungünstiger als die Regierung. Der Bericht erschien einen Monat vor dem Haushaltsplan, ein sauberer Vergleich ist das nicht.

Die Staatsverschuldung lag Ende des zweiten Quartals bei 75,6% des BIP (Ende 2025: 74,4%). Die Regierung erwartet für Ende 2027 77,2%; diese Zahl liegt bisher nur aus Presseberichten vor.

In derselben Woche stieg die Rendite der zehnjährigen Benchmark-Anleihe (ÁKK) von 5,31% am 16. Oktober auf 5,61% am 22. Oktober. Am 22. September hatte sie bei 5,64% gelegen.

Wo steht das EU-Geld für Ungarn?

Die im Mai zur Freigabe vereinbarten 16,4 Mrd. € bestehen aus drei Teilen: 10 Mrd. € aus der RRF, 4,2 Mrd. € Kohäsionsmittel, die unter dem Konditionalitätsmechanismus eingefroren waren, und 2,2 Mrd. € Kohäsionsmittel, die an die akademische Freiheit geknüpft sind.

Bei den 4,2 Mrd. € ist das Verfahren abgeschlossen. Die Kommission schlug am 23. September die Aufhebung der Maßnahmen vor, der Rat nahm den Beschluss am 13. Oktober an. Zurück kommen Mittelbindungen; das Geld selbst muss noch folgen.

Für die RRF hat der Rat am 10. Juli den geänderten Aufbauplan über 10,0 Mrd. € gebilligt, davon 6,51 Mrd. € Zuschüsse und 3,49 Mrd. € Darlehen. Der August-Report hatte die Eurobeträge weggelassen, weil sich die Pressemitteilung des Rates nicht laden ließ; der Ratsbeschluss selbst enthält diese Zahlen. Nach Angaben der Kommission hatten bis Ende September alle Mitgliedstaaten ihren letzten Zahlungsantrag eingereicht, die Prüfung läuft. Die Zahlungen müssen bis zum 31. Dezember erfolgen. Die Regierung sagt, alle Meilensteine seien bis zum 31. August erfüllt worden. Das Urteil der Kommission, auf das der August-Report gewartet hat, steht noch aus. Um die Meilensteine selbst geht es in einem eigenen Beitrag.

Wann stehen die nächsten Rating-Überprüfungen für Ungarn an?

Am 9. Oktober bestätigte Scope Ungarn mit BBB und hob den Ausblick von stabil auf positiv. Als Gründe nannte die Agentur institutionelle Verbesserungen und die Freigabe von EU-Mitteln, eine schrittweise Haushaltskonsolidierung sowie das erklärte Ziel der Regierung, 2030 dem Euroraum beizutreten.

Die drei großen Agenturen stehen alle auf negativem Ausblick, in diesem Jahr unverändert: Moody's Baa2, S&P BBB-, Fitch BBB. Die Überprüfungen sind für den 20. November (Moody's), den 27. November (S&P) und den 4. Dezember (Fitch) angesetzt. Diese Termine stammen aus ungarischen Presseberichten vom Mai; in den Kalendern der Agenturen selbst konnte ich sie nicht bestätigen. BBB- ist bei S&P die unterste Stufe des Investment Grade.

Wo stehen die August-Szenarien?

Die Bänder des August-Reports, Wahrscheinlichkeiten vom 23. Oktober 350360370380390 A Erneute Stärke 10% B Seitwärts 25% C Leichte Schwäche 40% D Scharfe Bewegung 25% Jetzt 367
Die Bänder des August-Reports, Wahrscheinlichkeiten vom 23. Oktober 350360370380390 A Erneute Stärke 10% B Seitwärts 25% C Leichte Schwäche 40% D Scharfe Bewegung 25% Jetzt 367
Die Bänder des August-Reports, Wahrscheinlichkeiten vom 23. Oktober · Bereiche in EUR/HUF. Wahrscheinlichkeiten sind eine Einschätzung, keine Prognose.
Szenario EUR/HUF Jahresende Wahrscheinlichkeit August Stand am 23. Oktober Jetzt
A. Erneute Stärke 345–355 20% Seit dem 3. August kein Fixing hier. Tief 360,18 10%
B. Seitwärts 355–365 35% 39 von 60 Fixings. Zuletzt am 20. Oktober (364,68) 25%
C. Leichte Schwäche 365–378 30% 21 von 60 Fixings. Jetzt 366,73 40%
D. Scharfe Bewegung über 378 15% Kein Fixing hier. Hoch 369,18 am 2. Oktober 25%

Im August blieben die Wahrscheinlichkeiten stehen. Diesmal bewegen sie sich.

Der Ausgangspunkt liegt schon in C: 366,73, die letzten drei Fixings alle im Band. Die aus den Leitzinsen gerechnete Terminkurs-Näherung mit einfacher Verzinsung, kein Marktterminkurs, ergibt für drei Monate 369,46. Der Zinsabstand allein trägt das Paar ungefähr dorthin; um in C zu bleiben, muss nichts passieren.

Der Gaspreis hat sich mehr als verdoppelt, und die Terminkurve sieht bis Dezember keine Entspannung. Energiepreise waren auch der erste Grund, den die MNB für Vorsicht nannte.

Der Juli- und der August-Report sahen die Verengung des Carry über Zinssenkungen als Mechanismus auf der schwachen Seite. Die ungarischen Senkungen sind vorbei, doch allein die EZB-Erhöhung im September hat den Abstand um einen weiteren Viertelpunkt verringert. Zudem hat die MNB ihren eigenen Spielraum nun an wirtschaftspolitische Maßnahmen und deren Aufnahme geknüpft.

D steigt von 15% auf 25%, auch wegen der Entfernung: Bis 378 sind es nur 3,07%. Die 355 von A liegen mit 3,20% ähnlich weit entfernt, A bekommt 10%. Die Asymmetrie ist gewollt. Hoher Carry zahlt sich langsam aus, während eine Carry-Auflösung, eine Energieimportrechnung und ein Verlust an geldpolitischer Glaubwürdigkeit auf einmal eintreffen können.

A bleibt über null wegen des Haushalts und des EU-Geldes. ING schrieb am 12. Oktober, der Haushalt 2027 und ein mittelfristiger Konsolidierungsplan sowie formelle ERM-II-Gespräche könnten EUR/HUF binnen eines Monats auf 350–355 bringen und ab Dezember wieder MNB-Senkungen ermöglichen. In ihrer Oktober-Prognosetabelle steht für Ende des vierten Quartals 355. Beides sind Bankprognosen, meine Einschätzung liegt auf der schwächeren Seite davon.

Hinter der Einschätzung stehen diese Schwellen:

Indikator Günstig für den Forint Ungünstig für den Forint Zuletzt
TTF Frontmonat unter 70 € über 110–120 € 93,85 € (23. Oktober)
VIX unter 18 über 25 19,45 (23. Oktober)
Kerninflation (KSH) höchstens 2,5% über 3,5–4% 1,9% (September)
Zinsabstand HUF–EUR mindestens 2,5 Prozentpunkte unter 1,5 Prozentpunkten 3,00 Prozentpunkte
Defizitaussicht höchstens 4,5% über 6% 7,5% für 2026, Ziel 4,9% für 2027
Deutscher Industrie-PMI über 52 unter 48 54,2 (Oktober, Schnellschätzung)
EUR/HUF unter 355 über 390–400 366,73

Jenseits der ungünstigen Schwelle liegt derzeit nur das Defizit. Kerninflation, Zinsabstand und deutsche Industrie stehen auf der Seite des Forint, und Gas liegt zwar noch unter 110 €, ist seit dem 30. September aber um fast 30% gestiegen.

Worauf zu achten ist, mit Terminen

Bis Jahresende, Termin für Termin Bis Jahresende, Termin für Termin 27.–28. Okt. Fed-Entscheid 29. Okt. EZB-Entscheid Ende Okt. Haushaltsentwurf 2027 ins Parlament 4. Nov. Protokoll der Sitzung vom 20. Oktober 10. Nov. Oktober-Inflation (KSH) 17. Nov. MNB-Zinsentscheid 20. Nov. Überprüfung durch Moody's 27. Nov. Überprüfung durch S&P 4. Dez. Überprüfung durch Fitch 15. Dez. MNB-Entscheid, Inflationsbericht 31. Dez. RRF-Zahlungsfrist
Bis Jahresende, Termin für Termin 27.–28. Okt. Fed-Entscheid 29. Okt. EZB-Entscheid Ende Okt. Haushaltsentwurf 2027 ins Parlament 4. Nov. Protokoll der Sitzung vom 20. Oktober 10. Nov. Oktober-Inflation (KSH) 17. Nov. MNB-Zinsentscheid 20. Nov. Überprüfung durch Moody's 27. Nov. Überprüfung durch S&P 4. Dez. Überprüfung durch Fitch 15. Dez. MNB-Entscheid, Inflationsbericht 31. Dez. RRF-Zahlungsfrist
Nach den Sitzungskalendern von Fed, EZB und MNB und dem Veröffentlichungskalender des KSH. Die Termine der Ratingagenturen und der Zeitplan für den Haushalt laut ungarischen Presseberichten.
  1. 27.–29. Oktober - Fed (27.–28.) und EZB (29.). ING erwartet bei beiden ein Stillhalten, bei der Fed eine Erhöhung im Dezember. Eine weitere EZB-Erhöhung verengt den Abstand ganz ohne MNB-Schritt
  2. Ende Oktober - der Haushaltsentwurf 2027. Woher die Kürzungen von 1.465 Mrd. Forint im Einzelnen kommen, wird dort erstmals sichtbar
  3. 10. und 17. November - die Oktober-Inflation, dann der Zinsentscheid der MNB. Das Protokoll der Sitzung vom 20. Oktober erscheint am 4. November
  4. 20. November bis 4. Dezember - Moody's, S&P und Fitch, in dieser Reihenfolge, alle mit negativem Ausblick als Ausgangspunkt
  5. 15. und 31. Dezember - der MNB-Entscheid zusammen mit dem Inflationsbericht im Dezember, dann die RRF-Zahlungsfrist

Irgendwann im November läuft außerdem die US-Sanktionsausnahme aus, ein genaues Datum wurde nicht berichtet. Am Markt zählen zwei Marken: TTF bei 110 € und EUR/HUF bei 378.

Wie das zu lesen ist

Die Wahrscheinlichkeiten oben sind eine Einschätzung, kein Modellergebnis, und die Begründung steht dabei, damit man ihr widersprechen kann. Der August-Report lag mit der Senkung richtig und mit ihrer Wirkung auf den Forint falsch. Auch dieser Report ist eine Liste von Bedingungen, die sich Punkt für Punkt an den Ereignissen abgleichen lässt.

Der auf dieser Seite geführte Forint-Stärkeindex funktioniert genauso: Er zeichnet auf, was die Kurse bereits getan haben. Wie er gebildet wird, steht auf der Methodikseite.

Die Wechselkurse sind EZB-Referenzkurse, USD/HUF ist der daraus gebildete Kreuzkurs. Leitzinsen und Inflation stammen aus MNB-Mitteilungen und dem Inflationsbericht vom September, vom KSH und von Eurostat; Gaspreise sind ICE-Endex-Abrechnungspreise, Renditen ÁKK-Benchmarks. Zahlen, die nur in der Presse stehen, sind im Text mit Quelle versehen. Dieser Text ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, eine Währung zu kaufen oder zu verkaufen.