Im Basisfall dieser Forint-Prognose steigt EUR/HUF von derzeit 366,73 auf etwa 372 in drei Monaten, 378 in einem Jahr und 385 in zwei Jahren. Das ist ungefähr das, was die Differenz zwischen ungarischen und Euroraum-Leitzinsen ohnehin vorgibt. Das Risiko liegt an den Rändern, und die sind nicht symmetrisch. Der Weg zu einem stärkeren Forint ist schmal und öffnet sich langsam, der zu einem schwächeren ist breit und kann sich auf einmal öffnen.

Die Kurse sind EZB-Referenzkurse vom 23. Oktober; USD/HUF (327,64) ist ein aus den EZB-Fixings errechneter Kreuzkurs. Die Jahresendbänder des August-Reports mit aktualisierten Wahrscheinlichkeiten stehen im Oktober-Report.

EUR/HUF im vergangenen Jahr und drei Szenarien bis Oktober 2028 A. BasisB. Stärkerer ForintC. Schwächerer ForintNäherung aus Leitzinsen 300350400450500550 Tief 349,53 Hoch 396,38 A 385 · 40% B 335 · 30% C 480 · 30% 366,73 Okt. 2025Jetzt3M6M12M2J
EUR/HUF im vergangenen Jahr und drei Szenarien bis Oktober 2028 300350400450500550 Okt. 2025Jetzt6M12M2J
  1. A. Basis: 2J 385 · 40%
  2. B. Stärkerer Forint: 2J 335 · 30%
  3. C. Schwächerer Forint: 2J 480 · 30%
  4. Näherung aus Leitzinsen
  5. Tief 349,53 · Hoch 396,38 · Jetzt 366,73
EUR/HUF im vergangenen Jahr und drei Szenarien bis Oktober 2028 · Achse invertiert: nach oben bedeutet einen stärkeren Forint. Punkte sind die Mitten der Szenarien, Balken die Spannen; Wahrscheinlichkeiten auf zwei Jahre. Die gestrichelte Linie ist die Näherung aus den Leitzinsen, kein Marktterminkurs. EZB-Referenzkurse bis 23. Oktober 2026.

Was EUR/HUF je nach Zeithorizont bewegt

Ich teile die Treiber in drei Schichten ein. Über Tage und Wochen entscheiden Kapitalflüsse und Stimmung, über Monate Geldpolitik und Konjunktur, über Jahre die Struktur. Derselbe Treiber kann mit längerem Horizont Gewicht gewinnen oder verlieren.

Schicht Was jetzt zu beobachten ist 3M 6M 12M 2J
Flüsse und Stimmung VIX, TTF-Gaspreis, Carry-Positionen, EUR/USD Dominant Groß Mittel Klein
Politik und Konjunktur MNB- und EZB-Zinsen, Kerninflation, Haushalt 2027, Ratings, EU-Mittel Mittel Dominant Dominant Groß
Struktur Leistungsbilanz, Ausstieg aus russischem Gas, Staatsschulden, Pfad zum Euro Klein Klein Steigend Dominant

Die Gewichte sind eine Einschätzung. Gas taucht in zwei Zeilen auf: In diesem Winter ist es eine Stimmungsvariable, in einem Jahr eine strukturelle. Nach der EU-Verordnung 2026/261 enden russische LNG-Importe bis Ende 2026 und Pipelinegas bis zum Herbst 2027, spätestens im November 2027. Genau dort endet der Zwölf-Monats-Horizont.

EUR/USD steht nicht zufällig in der ersten Zeile. Seit Jahresbeginn ist der Forint zum Euro 4,78% stärker, zum Dollar 0,04%, also praktisch unverändert. Deshalb hat jede Tabelle unten eine Spalte für USD/HUF.

EUR/HUF in drei Monaten: Januar 2027

Horizont: um den 24. Januar 2027.

Szenario EUR/HUF Mitte Spanne Wahrscheinlichkeit USD/HUF Mitte (angenommener EUR/USD)
A. Basis 372 355–390 45% 329,2 (1,13)
B. Stärkerer Forint 350 335–365 25% 301,7 (1,16)
C. Schwächerer Forint 400 380–425 30% 381,0 (1,05)

Die Spannen geben meine Einschätzung wieder, wo das Paar am letzten Tag des Zeitraums stehen könnte. Sie sind keine Wahrscheinlichkeitsintervalle und sagen nichts über Hoch und Tief unterwegs. Das gilt auch für die drei folgenden Tabellen.

Von den vier Horizonten hat dieser den dichtesten Kalender:

Legt man die MNB-Mitteilung vom 20. Oktober neben die vom September, fällt ein neuer Satz auf. Wirtschaftspolitische Maßnahmen und ihre Aufnahme am Markt beeinflussen danach den geldpolitischen Spielraum. Das Wort Haushalt kommt darin nicht vor. Die wirtschaftspolitische Maßnahme, die in den nächsten drei Monaten auf den Markt trifft, ist aber der Haushalt 2027. Das ist meine Lesart.

Für B muss der Großteil dieses Kalenders glatt laufen: ein Haushalt, dem der Markt glaubt, und keine weiteren Ausblicksenkungen. Außerdem müsste das RRF-Geld noch vor Jahresende eintreffen. Scope hat den Ausblick am 9. Oktober bereits auf positiv gesetzt. ING nannte in einer Analyse vom 12. Oktober den Haushalt 2027, den mittelfristigen Konsolidierungsplan und formelle ERM-II-Gespräche als mögliche Auslöser für mehr Glaubwürdigkeit. Dann könne EUR/HUF nach Einschätzung der Bank binnen eines Monats 350–355 erreichen und die MNB im Dezember wieder senken.

C dreht sich vor allem um Gas. Die EU-Gasspeicher waren am 22. Oktober zu 74,6% gefüllt, bei einem Fünfjahresschnitt von rund 86% (Oilprice.com unter Berufung auf Daten von Gas Infrastructure Europe). Der Dezember-Kontrakt für TTF wurde mit 93,80 Euro abgerechnet. Ein TTF über 110–120 Euro im Winter, zusammen mit einem VIX über 25, wäre die C-Konstellation. Im November läuft zudem Ungarns einjährige US-Sanktionsausnahme für russisches Öl und Gas aus; die Regierung bemüht sich um eine Verlängerung (Reuters, 24. September).

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (ÁKK-Benchmark) stieg von 5,31% am 16. Oktober auf 5,61% am 22., in der Woche, in der die Haushaltszahlen bekannt wurden. Vier Handelstage reichen für ein Urteil nicht.

EUR/HUF in sechs Monaten: April 2027

Horizont: um den 24. April 2027.

Szenario EUR/HUF Mitte Spanne Wahrscheinlichkeit USD/HUF Mitte (angenommener EUR/USD)
A. Basis 374 350–400 45% 328,1 (1,14)
B. Stärkerer Forint 345 325–365 25% 292,4 (1,18)
C. Schwächerer Forint 415 385–450 30% 406,9 (1,02)

Bis April ist der Winter vorbei. Dafür wird das Zinspolster dünner.

Der September-Inflationsbericht der MNB sieht die Inflation 2027 im Schnitt bei 3,1% und bis Mitte 2027 leicht über 3%. Im September lag sie bei 1,6%. Der Realzins schrumpft also von selbst, auch wenn der Leitzins bei 5,50% bleibt. Auf der anderen Seite kann die EZB anheben; die MNB-Mitteilung hält selbst fest, dass die Marktpreise weitere Erhöhungen durch EZB, Fed und Bank of Japan zulassen.

Zwei Zahlen tragen diesen Horizont. Die Differenz zwischen MNB-Leitzins und EZB-Einlagesatz beträgt 3,00 Prozentpunkte; ab 2,5 Punkten bleiben A oder B im Spiel, unter 1,5 Punkten kippt es Richtung C. Die Kerninflation lag im September bei 1,9%; bis 2,5% stützt das B, über 3,5–4% spricht es für C. Treffen die ING-Prognosen für Ende 2026 ein (MNB 5,25%, EZB-Einlagesatz 2,75%), läge die Differenz bei genau 2,50 Punkten, also auf der Schwelle.

17. November, 15. Dezember, 16. Februar, 23. März: In diese sechs Monate fallen vier geldpolitische Sitzungen der MNB. Ab 2027 sind es acht im Jahr.

EUR/HUF in einem Jahr: Oktober 2027

Horizont: um den 24. Oktober 2027.

Szenario EUR/HUF Mitte Spanne Wahrscheinlichkeit USD/HUF Mitte (angenommener EUR/USD)
A. Basis 378 345–415 40% 325,9 (1,16)
B. Stärkerer Forint 340 310–370 30% 283,3 (1,20)
C. Schwächerer Forint 440 395–490 30% 440,0 (1,00)

Bis dahin zeigt sich, was der Haushalt bringt. Die Regierung beziffert das Defizit 2026 auf 7,5% des BIP und peilt für 2027 4,9% an. Der September-Bericht der MNB rechnet mit 6,9% und 5,9%, erschien aber vor dem Plan für 2027 und hält selbst fest, dass die Regierungspläne die fiskalische und gesamtwirtschaftliche Prognose wesentlich verändern können. Der Unterschied beim Umfang der Kürzung, 2,6 Punkte bei der Regierung gegen 1,0 bei der MNB, ist also noch kein Urteil der Notenbank über den Plan.

Laut 444 (20. Oktober) enthält das Regierungspaket für 2027 Ausgabenkürzungen von 1.465 Mrd. Forint, das sind 1,5% des BIP, und Nettomehreinnahmen von 665 Mrd. Forint. Die Verabschiedung ist keine Hürde. Tisza hat eine Zweidrittelmehrheit, und der geänderte Haushalt 2026 ging laut 444 am 19. Oktober mit 134 zu 48 Stimmen durch. Die Wahrscheinlichkeit von B steigt auf diesem Horizont von 25% auf 30%, weil es etwa ein Jahr dauert, bis ein Defizit nahe am Ziel in den Daten sichtbar wird.

Die Schwellen: eine Defiziterwartung für 2027 von höchstens 4,5% für B, über 6% für C. Die Staatsschuld lag im zweiten Quartal 2026 bei 75,6% des BIP; über 80% ist C-Gebiet.

Hier beginnt auch die Struktur zu zählen. Die Leistungsbilanz wies im zweiten Quartal 2026 ein Defizit von 244,6 Mio. Euro aus. Die MNB führte es auf das Defizit im Warenhandel und geringere EU-Transfers zurück; allein die Energiebilanz verschlechterte sich um etwa 600 Mio. Euro. Über vier Quartale gerechnet bleibt ein Überschuss von 1,0% des BIP. Die MNB erwartet für 2027 0,3%; über +1% stützt B, unter −1% spricht für C.

In C treffen sich USD/HUF und EUR/HUF bei 440. Das Szenario unterstellt Parität bei EUR/USD.

EUR/HUF in zwei Jahren: Oktober 2028

Szenario EUR/HUF Mitte Spanne Wahrscheinlichkeit USD/HUF Mitte (angenommener EUR/USD)
A. Basis 385 330–440 40% 331,9 (1,16)
B. Stärkerer Forint 335 290–380 30% 274,6 (1,22)
C. Schwächerer Forint 480 410–560 30% 489,8 (0,98)

Nach zwei Jahren spielen Flüsse kaum noch eine Rolle. Ab dem 1. Januar 2028 sinkt das Inflationsziel der MNB von 3% auf 2,5%, das Toleranzband von ±1 Prozentpunkt bleibt. Die MNB erwartet für 2028 eine Inflation von 2,6%, eine Kerninflation von 2,8%, ein Wachstum von 2,8%, ein Defizit von 5,2% und einen Leistungsbilanzüberschuss von 0,6% des BIP. Das Euro-Ziel der Regierung liegt, wie Scope schreibt, bei 2030.

B heißt, dass diese Zahlen im Großen und Ganzen eintreffen. C heißt, dass das Defizit über 6% hängen bleibt, die Schuld 80% übersteigt und die Leistungsbilanz unter −2% des BIP rutscht. Die C-Spanne von 410–560 ist 150 Forint breit. Für zwei Jahre im Voraus habe ich keine Grundlage, sie enger zu ziehen.

Warum ist die schwache Forint-Seite breiter?

In jeder Tabelle ist C breiter und weiter entfernt als B. Auf ein Jahr liegt die B-Mitte von 340 um 26,73 unter dem Kassakurs, die C-Mitte von 440 um 73,27 darüber, fast das Dreifache.

Der Grund ist das Tempo. Hoher Carry zahlt sich nur langsam aus: Die Differenz von 3,00 Punkten ist beim heutigen Niveau rund 11 Forint im Jahr wert, denn die Zwölf-Monats-Näherung von 377,46 liegt 10,73 über dem Kassakurs. Ein Carry-Abbau, teurere Energieimporte und ein Verlust geldpolitischer Glaubwürdigkeit können dagegen gleichzeitig kommen.

Die letzten drei Monate verdecken das. Ich habe die EZB-Reihe heruntergeladen und die Tage nach den Bändern des August-Reports gezählt. Von 60 Fixings seit dem 3. August lagen 39 im Band 355–365 und 21 im Band 365–378, keines außerhalb. Der 21. Oktober fixierte bei genau 365,00 und musste einer Seite zugeschlagen werden; ich habe ihn bei C gezählt. Die ganze Strecke reichte von 360,18 bis 369,18, neun Forint. Im vergangenen Jahr lag die Spanne zwischen 349,53 (16. Juni) und 396,38 (9. März).

Die Volatilität sagt dasselbe. Die realisierte Volatilität, also die Stichproben-Standardabweichung der täglichen Log-Renditen mal √252, liegt über 30 Tage bei 5,49%, über ein Jahr bei 8,25%. Mit dem 30-Tage-Wert ist ein Sigma ±10,1 Forint auf drei Monate, ±14,2 auf sechs, ±20,1 auf zwölf und ±28,5 auf zwei Jahre; mit dem Jahreswert sind es auf zwölf Monate ±30,3. Die Spannen in den Tabellen sind breiter. Schon die Zwölf-Monats-Spanne von A, 345–415, ist es.

Wie verhält sich der Basisfall zu Terminkurs-Näherung, ING und Kaufkraftparität?

Horizont A. Basis Wahrscheinlichkeitsgewichtet Terminkurs-Näherung aus Leitzinsen ING (nächstes Quartalsende)
3M 372 374,90 369,46 355 (Ende 2026), 360 (Ende März 2027)
6M 374 379,05 372,16 360 (Ende März und Ende Juni 2027)
12M 378 385,20 377,46 362 (Ende September 2027), 355 (Ende Dezember 2027)
2J 385 398,50 387,69 keine

Die vierte Spalte ist eine Näherung aus den Leitzinsen, kein Marktterminkurs. Sie multipliziert den Kassakurs (366,73) mit (1 + 5,50% × t) / (1 + 2,50% × t), mit MNB-Leitzins und EZB-Einlagesatz; ich habe sie nachgerechnet, die Werte stimmen. Marktterminkurse ergeben sich aus Interbanken-Swapsätzen und weichen davon ab.

A bleibt auf jedem Horizont innerhalb von drei Forint um die Näherung. Im Basisfall gibt der Forint über den Kurs ungefähr das zurück, was er an der Zinsdifferenz verdient. Gewichtet man die Szenarien, ändert sich das. Der gewichtete Ein-Jahres-Wert liegt bei 385,20, rund acht Forint schwächer als die Näherung. In diesen acht Forint steckt die Schieflage.

Die ING-Zahlen sind Bankprognosen. Sie liegen auf jedem Horizont, den sie abdecken, auf der starken Seite meines Basisfalls: auf drei Monate näher an B, auf sechs und zwölf Monate etwa in der Mitte zwischen A und B. Am 23. Oktober sah ING kurzfristig weiterhin Belastung durch Energie und Risikoscheu, erwartete für EUR/HUF aber eine Obergrenze bei 368–370. Mein Drei-Monats-Basisfall liegt mit 372 darüber. Die beiden Sichten trennt die Frage, was zuerst kommt: Glaubwürdigkeit beim Haushalt oder die Gasrechnung des Winters.

Die Kaufkraftparität als Gegenprobe: Angesetzt sind 3% ungarische Inflation, das aktuelle MNB-Ziel (die MNB erwartet für 2027 3,1%), und 2,5% im Euroraum, die Projektion der EZB-Fachleute für 2027. Über zwei Jahre ergibt das 366,73 × (1,03 / 1,025)² = 370,32. Mit dem EZB-Ziel von 2% sind es 373,96. Die relativen Preise allein deuten auf etwa 370–374 in zwei Jahren. Der Basisfall von 385 legt 11–15 Forint darauf, und das ist die fiskalische und außenwirtschaftliche Risikoprämie.

Welcher Pfad führt bis 2028?

Der ruhige Pfad ist A auf jedem Horizont: 372, 374, 378, 385, fast deckungsgleich mit der Näherung aus den Leitzinsen. Viele Nachrichten, und der Kurs bewegt sich nur um das, was der Carry vorgibt.

Beim abklingenden Winterschock springt der Kurs nach drei Monaten in C, auf rund 400, und kehrt zwischen sechs und zwölf Monaten zu A zurück. Die Gas-Terminkurve hat diese Form schon: Am 23. Oktober wurde der Dezember-2026-Kontrakt mit 93,80 abgerechnet, April 2027 mit 79,01 und das Kalenderjahr 2027 mit 76,31. Kommen die Speicher durch den Winter, ist das der Pfad. Wenn nicht, endet C nicht nach drei Monaten.

Das langsame Abgleiten bleibt sechs Monate in A und dreht nach einem und zwei Jahren in C (440, 480). Der Winter geht vorüber; dann endet das Defizit 2027 über 6%, die Schuld steuert auf 80% zu, und eine der drei Agenturen mit negativem Ausblick stuft herab. Das Ende des russischen Pipelinegases fällt in dieselben Monate.

Welche Indikatoren monatlich zu prüfen sind

Indikator Letzter Wert B-Seite C-Seite
EUR/HUF (EZB-Referenzkurs) 366,73 (23. Okt.) unter 355 über 390–400
TTF Frontmonat (ICE-Endex-Abrechnung) 93,85 Euro/MWh (23. Okt.) unter 70 Euro über 110–120 Euro
VIX 19,45 (23. Okt.) unter 18 über 25
Ungarische Kerninflation (KSH) 1,9% (September) höchstens 2,5% über 3,5–4%
MNB-Leitzins minus EZB-Einlagesatz 3,00 Prozentpunkte mindestens 2,5 Punkte unter 1,5 Punkte
Defiziterwartung 2027 Regierung 4,9%, MNB 5,9% höchstens 4,5% über 6%
Staatsschuld, % des BIP 75,6% (Q2 2026) keine Schwelle über 80%
Leistungsbilanz, % des BIP 1,0% (vier Quartale bis Q2 2026); MNB-Prognose 2026: 0,0% über +1% unter −1% (−2% auf zwei Jahre)
Deutscher Industrie-PMI (S&P Global, Schnellschätzung) 54,2 (Oktober) über 52 unter 48

Drei Werte liegen heute innerhalb ihrer B-Schwelle: Kerninflation, Zinsdifferenz und deutscher PMI. Die Leistungsbilanz steht über vier Quartale genau auf der Schwelle, und die MNB erwartet für dieses Jahr einen Rückgang auf null. Auf der C-Seite steht noch keiner. Am nächsten an der Schwelle ist das Defizit. Die Schwelle gilt für 2027, und die MNB-Prognose von 5,9% liegt einen Zehntelpunkt darunter; die 7,5% der Regierung für das laufende Jahr liegen schon darüber. Am schnellsten bewegt sich Gas: Dem TTF fehlen rund 16 Euro bis 110, und seit dem 1. Juli, als er bei 42,78 Euro lag, ist er um 51 Euro gestiegen.

Der deutsche PMI ist nur in der Industrie gut. Der Gesamtindex fiel auf 52,8, ein Zwei-Monats-Tief, und der Anstieg der Einkaufspreise in der Industrie war der stärkste seit Mai, was die Hersteller mit dem Ölpreis und teureren Rohstoffen und Vorprodukten begründeten.

Für den fünfjährigen CDS Ungarns habe ich eine zitierfähige öffentliche Quelle gesucht und keine gefunden. Deshalb fehlt er in der Liste.

Welche Annahmen am wackligsten sind

Zwei.

  1. Wie lange die Energiepreise hoch bleiben. A setzt voraus, dass Gas ungefähr so billiger wird, wie die Terminkurve es einpreist. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind rund 17% der katarischen LNG-Exportkapazität beschädigt (Presseberichte unter Berufung auf Reuters), russisches LNG fällt zum Jahresende weg, und Brent wurde am 23. Oktober mit 116,72 Dollar abgerechnet.
  2. Ob aus Haushaltszielen und EU-Freigaben tatsächlich Defizitsenkung, Geld und Produktivität werden. Die 4,2 Mrd. Euro, die der EU-Rat am 13. Oktober freigab, stellen Mittelbindungen wieder her; das Geld kommt später. Der letzte RRF-Zahlungsantrag ging bis Ende September ein und wird geprüft, ausgezahlt werden muss bis zum 31. Dezember. Ausgangspunkt ist ein Defizit, das im ersten Halbjahr schon 6,2% des BIP erreichte.

Wie das zu lesen ist

Die Wahrscheinlichkeiten und Spannen oben sind eine Einschätzung. Keine stammt aus einem Modell, und die Begründung steht dabei, damit man ihr widersprechen kann. Die Tabellen sind als Bedingungsliste gedacht: Überschreitet ein Wert in der Monatsliste eine Schwelle, lohnt ein neuer Blick in die Horizonttabellen.

Der auf dieser Seite geführte Forint-Stärkeindex zeichnet auf, was die Kurse bereits getan haben. Wie er gebildet wird, steht auf der Methodikseite, welche Indikatoren den Forint bewegen, auf der Analyseseite.

Die Wechselkurse sind EZB-Referenzkurse (USD/HUF ist ein EZB-Kreuzkurs). Zinsen und Inflation stammen von MNB, EZB, KSH und Eurostat, Haushalts- und Zahlungsbilanzdaten von KSH, MNB und Regierung, die Zehnjahresrendite aus der ÁKK-Benchmark, Gaspreise aus ICE-Endex-Abrechnungen, der VIX von Cboe, der PMI von S&P Global. Was nur aus der Presse bestätigt ist, ist im Text als solches gekennzeichnet. Ich bin kein Finanzberater, und dieser Text ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, eine Währung zu kaufen oder zu verkaufen.